Hauptslider

Laugenkolonne mit 50 Meter Länge erfolgreich beim Kunden angekommen

– Text aus dem Bericht der Mittelbayerischen Zeitung, 12.07.2019 –

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Foto: Dietz

 

Abensberg.16 Kilometer in drei Stunden – die „Mission Schwertransport, die am Mittwoch durch den Landkreis rollte, ist erfolgreich abgeschlossen. Insgesamt 200 Tonnen – Stahlbehälter inklusive Transportfahrzeug – rollten dabei aus dem Betriebsgelände der Michael Glatt Maschinenbau GmbH in Abensberg. Das Ziel für das Schwergewicht: Das Werk Lyondell Basell in Münchsmünster im Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm.

Strecke genau inspiziert

Den Koloss zu transportieren, stellte alle Beteiligten vor Herausforderungen. Bernd Segbers, Transportleiter der Firma Baumann: „Der Transporter ist 61 Meter lang und wiegt insgesamt 200 Tonnen – das ist nicht das Problem, weil unsere neue Zugmaschine bis zu 1000 Tonnen ziehen kann. Die Herausforderung an diesem Transport ist, diese 50 Meter starre Länge von hier nach Münchsmünster zu bringen. Das ist schon außergewöhnlich.“ Straßen, Bepflanzung oder Beschilderung u galt es im Vorfeld zu inspizieren oder teils zu entfernen, damit der Gigant überhaupt auf die Reise gehen konnte. Besonders der Kreisverkehr am Einkaufszentrum in Abensberg, die Auffahrt auf die B16 und vor allem drei Brücken sorgten für viel Planungsaufwand im Vorfeld. „Wir haben die Strecke genau inspiziert – es wird funktionieren“, sagt Segbers kurz vor dem Start. „Auch wenn bei einer Brücke nur eine Rest-Durchfahrtshöhe von nur vier Zentimetern bleibt.“

Es kommt auf Teamwork an

Dann kommt es auf den Fahrer der Zugmaschine an – auf Ingolf Fischer. Der ging das Ganze aber seelenruhig an: „Als Laie ist das schwer vorzustellen, so einen Transport schadenfrei zu bewegen –aber entweder man kann es oder man kann es nicht. Wichtig ist vor allem Teamwork. Man muss sich auf seine Leute verlassen können und jeder muss immer wissen, was der andere macht – in jeder Sekunde.“ Denn schon ein kleiner Fehler könne große Auswirkungen haben. „Wenn man mit dieser Masse irgendwo leicht dagegen kommt, sind das meistens gleich Kapitalschäden. Aber wir sind erfahren. Mein Arbeitskollege sagt immer, wir können uns auf unser Popo-Gefühl in der Zugmaschine verlassen.“

Doch das Fuhrunternehmen verlässt sich in puncto Sicherheit nicht nur auf dieses „Popo-Gefühl“ – die Polizei sicherte den Transport ab. Und auch für Michael Dörsch von der Polizei Mainburg war der rollende Gigant etwas Besonderes: „Wir haben zwar öfter Schwertransporte, aber in dem Ausmaß ist es doch etwas Außergewöhnliches. Wir waren auch deshalb mit drei Streifenwagen im Einsatz, um den Konvoi nach allen Seiten abzusichern. Mit den ganzen Blinklichternder Transporte sind Autofahrer oft überfordert, wissen nicht, wie sie reagieren sollen. Wir sind immer wieder froh, wenn alle unverletzt nach Hause kommen.“

Letztlich lief alles gut und Bernd Segbers war zufrieden: „Es lief alles glatt, es ist nichts Dramatisches passiert. Es ist immer schön, wenn man am Ziel angekommen ist. Schließlich sind wir ja eine lange Zeit mit so einem Projekt beschäftigt – da freut man sich dann, wenn alles geklappt hat und ist erleichtert.“

Foto: DIetz

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15 Monate beschäftigt

Erleichterung herrscht scheinbar auch bei der Firma Glatt – zumindest wenn man nach Mitarbeiter Stefan Roithmeier geht: „So einen großen Transport habe ich in meinen zwölf Jahren hier noch nie erlebt. Alleine das Aufladen und Zusammenstellen des Transports war spannend. Das macht einen dann schon stolz, dass man daran mitgewirkt hat – es war ein Highlight. Aber ich bin schon auch froh, wenn der Behälter weg ist – weil es war nicht immer eine schöne Arbeit.“

15 Monate lang waren 80 Prozent der Belegschaft an dem Großprojekt beteiligt. Kommune und örtliche Feuerwehr mussten verständigt werden, bevor ein gigantischer Glühofen in der Werkhalle aufgebaut wurde. Beim Glühvorgang entstanden Temperaturen von bis zu 580 Grad – Die Feuerweh sicherte ab.

Nun sind alle Hindernisse bewältigt und der Gigant wird in Kürze den Betrieb aufnehmen.

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